VMware Server (HowTo)

Allgemeine Information: Wenn VMware Server auf eine NTFS-Partition zugreifen muss um eine VM zu starten, muss unter Umständen die VM-Konfiguration angepasst werden. Mehr Informationen gibt es hier: VMware Server startet VM nicht unter ntfs-3g (workaround).

Dieser Artikel ist auf folgenden Websites verlinkt worden:

Updates (nur Inhalt)

  • Letztes Update: 9. September, 16:26
    • Ubuntu Paket-Quelle ersetzt mit einem Link zur ubuntuusers.de-Anleitung (Thread: forum.ubuntuusers.de/viewtopic.php?p=900559)
    • Installationsdateien werden vor der Installation ausführbar gemacht (i.d.R. nicht benötigt)
  • 25. August 2007, 10:36 Uhr
    • Benötigte Pakete erweitert um «make»
    • Erfolgreich eingerichtet auf einem GNU/Linux 2.6.21-2-k7 Debian LENNY/TESTING
    • «Description» und «Keywords» des ursprünglichen Artikels übernommen

Die Installation von VMware Server unter GNU/Linux und weiteren Unix-Ablegern funktioniert nicht immer blendend, meist bricht sie bei der Kernelkompilierung, wenn nicht schon früher, ab.

In diesem Artikel wird auf die Installation und die nötige Kompilierung des benötigten Kernelsmodules eingegangen.

Getestet wurde die Anleitung auf einem GNU/Linux 2.6.22-1-486 Debian SID (UNSTABLE)-System, auf Basis von LENNY/SID und unter GNU/Linux 2.6.21-2-k7 Debian LENNY/TESTING. Die Anleitung sollte jedoch ebenfalls in Verwendung von GNU/Linux Debian Etch RC_1 (STABLE), Fedora Core, OpenSuSe und Ubuntu (& Derviate) zum Installationserfolg führen.

Alle Paketnamen und Zugriffe wurden für Debian-Systeme geschrieben, d.h. das ein oder andere Paket kann unter Umständen bei anderen Systemen verschiedene Namen tragen. Beispiel: linux-headers-generic [Ubuntu] statt linux-headers-[kernel-version] [Debian])

Ubuntu Feisty & Ableger-Benutzer können sich die Installation erleichtern, indem Sie auf Ubuntu angepasste Pakete installieren. Mehr Informationen gibt es auf wiki.ubuntuusers.de/VMware.

VMware Server besorgen

Zuerst wird der Tarball des VMware Servers benötigt. Um den Tarball herunterzuladen muss die VMware-EULA akzeptiert werden. Der folgende Link führt zu einer Webseite, welche ein Klick von der EULA entfernt ist: VMware Server Download.

Durch den Klick auf Download Now gelangt man zu der EULA, welche es mit Yes zu akzeptieren gilt.

Auf der nun folgenden Seite gibt es verschiedene Downloadpakete (z.B. als RPM-Paket). Interessant ist nur der VMware Server for Linux-Tarball (Binary, tar.gz).

VMware Server Registrationsschlüssel/ VMware Server CD-Key

Während der «VMware Server» heruntergeladen wird, was einige Zeit dauern wird, lohnt es sich, einen (oder mehrere) CD-Keys zu beantragen. Auf der Website, auf welcher der Tarball heruntergeladen werden kann, befindet sich am Kopf der Seite folgender Text:

“Register for your free serial number(s) to start using VMware Server.”, vmware.com (Kein Direktlink in diesem Fall möglich), 7. August 2007, 20:58

Per Klick auf Register gelangt man zur Registration. Zur Zeit meiner Registrierung musste man alle Felder ausfüllen, d.h. auch das Feld, in welchen man seinen Reseller - sofern man einen hat - angeben soll. Ein Falscheintrag (z.B. no reseller) hilft in dieser Situation weiter.

Zu beachten gilt, dass bei dem Punkt Operating System das Wirtsystem, hier Linux, gemeint ist. CD-Keys der Windows-Wirtsysteme funktionieren nicht mit Unix-Ableger-Wirten. Das gilt auch umgekehrt!

Die Eingaben werden durch einen Klick auf den Submit-Button abgesendet. Im Gegenzug erhält man einen oder mehrere CD-Keys.

vmware-any-any-patch besorgen

Da in den meisten Fällen die Installation am kompilieren eines benötigten Kernelmodules scheitert, hat ein findiger Hacker eine Art Patch entwickelt, mit welchem neue und mehrere Kernel unterstützt werden. Unter anderem werden die Problem-Kernel 2.6.19 und größer nun unterstützt. (Anmerkung: Ich verwende den Linux Kernel 2.6.22-1-486 aus den offizielen Debian SID/UNSTABLE Quellen)

Im Internet wird zur Zeit vmware-any-any-update-109 empfohlen, was daran liegen kann, das diejenige, welche die Version 109 empfehlen schon länger nicht mehr nach einer aktuellen Version Ausschau gehalten haben. Ich empfehle die aktuellste Version; welche zu dem Zeitpunkt des Artikels auf die Versionsnummer 113 datiert war.

Vmware-any-any-update kann auf platan.vc.cvut.cz/ftp/pub/vmware/ heruntergeladen werden. Da der Name von vmware-any-any-update länger ist, ist es möglich, dass nur ein Teil des Namens in der Dateiauflistung zu sehen ist: vmware-any-any-updat….

Weitere Vorbereitungen

Neben den schon genannten Paketen und dem CD-Key werden benötigt:

  • Aktuelle Kernelquellen
  • C++ Kompiler
  • build-essentials
  • make

Zum installieren wird in diesem Artikel apt-get eingesetzt, jedoch aptitude empfohlen:

# Shell aufrufen und Administrator oder ein Vergleichbarer Benutzer werden,
# z.B. via su root, su oder sudo
su root

# Paketquellen aktualisieren
apt-get update

# Denn in Verwendung befindlichen Kernel herausfinden
uname -r
# Ausgabebeispiel: 2.6.22-1-486

# Herunterladen der benötigten (Kernel-) Daten,
# anstelle von 2.6.22-1-486 die eigene Kernelversion angeben
# Ubuntu-Benutzer benötigen hingegen folgendes Paket:
# »linux-headers-generic« statt »linux-headers-2.6.22-1-486«
apt-get install linux-headers-2.6.22-1-486 build-essential gcc make

Installation starten

Nachdem alle Dateien heruntergeladen wurden, empfiehlt es sich, alle betroffenen Daten (Ausnahme bilden natürlich die via apt-get installierten Daten) in ein Verzeichnis zu kopieren, z.B. ~/Desktop/VMware-Server-Installation.

Die Installation erfolgt über die Bash/Shell.

# In den Ordner mit den Daten wechseln,
# hier wird als Beispiel ~/Desktop/VMware-Server-Installation angegeben
cd ~/Desktop/VMware-Server-Installation

# Zu einem Benutzer mit Systemweiten-Administrationsrechten werden
# (Erleichtert die Prozedur)
su root

# VMware Server-Tarball entpacken
tar xvfz VMware-server-1.0.3-44356.tar.gz

# Nun in den entpackten Ordner wechseln (Übersichtlicher)
cd vmware-server-distrib

# Standard-Installationsprozess starten
chmod a+x vmware-install.pl
./vmware-install.pl
# Sollte der Befehl nicht funktioniert,
# kann auch sh vmware-install.pl ausprobiert werden.

Alle Fragen, welche von der Standard-Installation gestellt werden, können (zumindest unter GNU/Linux Debian) mit Yes bzw. einem einfachen Druck auf die Eingabetaste bestätigt werden.

Sollte die Installation schon vor dem Kompilieren abbrechen fehlen benötigte Komponenten. Alle fehlenden Komponenten sollten via apt-get installierbar sein und heissen in der Regel auch so, wie es die Fehlermeldung des Installationsskripts angibt. Sollte eine Komponente nicht in den Quellen existieren, so lohnt das überprüfen via apt-cache search Fehlender-Komponenten-Name. In den meisten Fällen findet sich der richtige Paketname über diese Suchenfunktion. Noch komfortabler, jedenfalls für GUI-Liebhaber, ist die Verwaltung z.B. durch Synaptic oder der Terminalanwendung dselect. Letztere ist jedoch wiederum nur für Forgeschrittene geeignet.

Bricht die Installation während des Kompilierens ab oder die Meldung “Ihr C++ Kompiler ist nicht der Kompiler des Kernels” erscheint, so geht es mit dem nächsten Schritt weiter.

Wobei zu beachten ist, dass wenn der Kompiler nicht die selbe Version hat, mit welcher der Kernel kompiliert wurde, kann das gravierende Folgen haben. (Anmerkung: Mein Kompiler war um 0.0.1 zu aktuell, keine Probleme bis dato)

vmware-any-any-update starten

In den nächsten Schritten muss das vmware-any-any-update-Tarball entpackt werden. Nach dem Entpacken müssen die Dateien des any-any-Tarballs in die richtigen vmware-server-distrib Unterordner kopiert werden.

# Zu dem Speicherort des Updates wechseln
cd ../

# Das Update entpacken
tar xvfz vmware-any-any-update113.tar.gz

# Sicherungskopien erstellen von zu überschreibenden Dateien - Schritt 1
mkdir vmware-server-distrib/lib/modules/source/backup

# Sicherungskopien erstellen von zu überschreibenden Dateien - Schritt 2
# Wichtig: Möglicherweise werden hier im Browser zwei Zeilen angezeigt,
# der kommende Befehl wird allerdings in einem Schritt durchgeführt
# (eine Eingabe)
cp vmware-server-distrib/lib/modules/source/* vmware-server-distrib/lib/modules/source/backup

# Der Einfachheit wird der folgende Schritt Quick&Dirty durchgeführt
# Das Endergebnis ist das selbe, als wenn die folgenden Schritte
# sauber durchgeführt werden würden
cp vmware-any-any-update113/* vmware-server-distrib
cp vmware-any-any-update113/* vmware-server-distrib/lib/modules/source

# In den vmware-Installationsordner wechseln
cd vmware-server-distrib

# Installation weiterführen mithilfe des vmware-any-any-patches
chmod a+x runme.pl
./runme.pl
# Funktioniert ./runme.pl nicht, dann »wieder« sh voranstellen

Die Installation und Modulkompilierung müssten in wenigen Minuten abgeschlossen sein. Die Fragen, welche die Installation stellen wird, können in der Regel mit den angebotenen Vorgaben bzw. einem Druck auf die Eingabetaste beantwortet werden.